Canada Urlaub 2001

3. Woche 17. September - 23. September

Auf dem Weg nach Prince George hatten wir unsere erste Begegnung mit echten Bären. Plötzlich tauchte eine Bärenfamilie am Straßenrand auf und wechselte die Fahrbahn. Allerdings waren sie so schnell wieder verschwunden, sodaß es zu keinem Foto reichte.
Nach Prince George besuchten wir Fort St. James, ein wichtiger Handelsposten für die Erschließung Canadas. Nach einem kurzen Film, indem erläutert wurde, welche Bedeutung das Fort einmal hatte, machten wir uns auf die Entdeckungstour.
Zu Entdecken gab es viel. Fort St. James war zwar nicht sehr groß, dafür aber war in jedem der Gebäude jemand in original Kleidung der alles genau erklärte und dem man viele Fragen stellen konnte. Angefangen von einem großen Lager, in dem alle Waren von den Schiffen zwischengelagert wurden, sowie die selbsterzeugten Produkte, wie getrockneter Aal, gab es auch ein Wohnhaus, einen Laden, in den die Siedler von weither kamen und mit Biberfellen alle möglichen Produkte kaufen konnten. Weiter gab es eine Farm, mit Wohnteil und vor diesem Gebäude bearbeitete ein Mann einen Garten, wie um die Jahrhundertwende.
Nach diesem sehr interessanten Museum, fuhren wir zurück nach Prince George auf den Goldrushtrail, jene berühmt, berüchtigte Straße, welche in der Goldrauschzeit die Abenteurer von Vancouver in ihre gesteckten Claims führte. Allerdings gab es in dieser Zeit noch keinen vierspurigen Highway und keine über einhundert Waggons lange Züge. Die Goldgräber mußten auf abenteuerliche Weiße entlang oder in dem Fraser Canyon die Strecke überwinden, ehe sie sich auf das begehrte gelbe Edelmetall stürzen konnten. Viele wurden auch Opfer von Straßenräubern, vor allem auf ihrem Weg zurück, wenn sie beladen mit Gold oder Geld zurück in die Zivilisation wollten.
Barkerville war eine der vielen Goldgräberstädte. Die Stadt ist originalgetreu erhalten und sehr gut restauriert. In der nach dem berühmten Goldgräber und Gründer Billy Barker benannten Stadt, gab es alles zu sehen, was eine Stadt in jener abenteuerlichen Zeit zu bieten hatte. Etliche Geschäfte, in denen es allen Bedarf an Goldgräberutensilien gab, Banken, Post, mehrere Saloons in denen man sein geschürtes Gold schnell wieder losbrachte, zwei Kirchen und sogar einen Zahnarzt, der einen einladenden Bohrer mit Fußantrieb hatte. Auch hatte die Stadt eine Chinatown mit einem kleinen Buddhatempel in einem der Häuser. Leider waren auch hier schon viele Geschäfte geschlossen und niemand mehr unterwegs, der einem etwas erklärte.
Entlang des Fraser-Canyons, der zugleich der Goldrushtrail, war zogen wir Richtung Süden, allerdings ohne Gold beladen. Durch die hügelige, oft zerklüfteten Landschaft, hatte man eine wage Vorstellung wie beschwerlich der Weg einstmals gewesen sein muß. An jedem runden Meilenstein war ein Rasthaus entstanden und um diese Rasthäuser herum kleine Dörfer und Städte. In 100-Mile-House machten wir Rast für eine Nacht.

Die letzten 100 Meilen(heute wird in Canada auch in Kilometern gerechnet) gingen mit unserem tollen Auto recht flott, aber mit einem Pferd und Wagen durch den bis zu zwei-dreihundert Meter tiefen Canyon war es sicher kein Vergnügen.

Ehe wir nach Vancouver kamen, besichtigten wir einen kleinen Naturpark, indem es einen kleinen sumpfigen See gab, aber leider keinen Biber.
Vancouver empfing uns zur Rushhoure mit verstopften Straßen und tausenden von Autos und so brauchten wir zur Suche nach einem Informationsbüro und schließlich einem Motel fast den halben Tag. Gegen Abend wollten wir zu Fuß den Viktoriapark aufsuchen, der laut Karte fast genau neben dem Motel lag und von dem man einen wunderbaren Blick auf Vancouver hatte.
Für die paar Meter brauchten wir allerdings fast 90 Minuten und ebensolange zurück. Dafür wurden wir mit einem super Blick auf die Stadt und einem Besuch in einem tropischen Gewächshaus belohnt.

Am nächsten Tag besichtigten wir die Stadt und einige Sehenswürdigkeiten. Wir sahen Gastown eines der ältesten Viertel der Stadt, in dem auch eine alte dampfbetriebene Uhr stand, die genau als wir vorbeigingen zwölf Uhr schlug oder besser pfiff.
Wir besichtigten das Chinesenviertel der Stadt, den Hafen und mußten uns einige male vor dem Regen in verschiedene Shoppingmalls flüchten.
Am nächsten Morgen besuchten das antrosophische Museum, welches verschiedene Weltkulturen und deren Kunstwerke aus verschiedenen Epochen zeigt, hauptsächlich aber die Indianerstämme rund um Vancouver behandelt. Zu sehen gab es auch richtige Häuser in denen diese Indianer lebten und nicht wie die meisten Stämme in Wigwams.
Nach diesem interessanten Besuch besichtigten wir den Fährhafen, von dem aus Fähren nach Viktoria und Viktoria-Island fahren. Leider hatten wir keine Zeit mehr diese anscheinend wunderschöne Insel zu besuchen.
Unsere erste Station nach Vancouver war das Städtchen Hope, das als Sehenswürdigkeit eine stillgelegte Eisenbahnlinie bot. Von der Trasse sind heute nur noch vier Tunnels und eine Brücke erhalten, die in dem zerklüfteten Felsmassiv die erstaunliche Baukunst des letzten Jahrhunderts demonstriert.

Auf unserem Weg zurück nach Calgary, machten wir zuerst Halt in Osoyoos, einem kleinen Städtchen, das in einer hier beginnenden Wüste liegt, die bis weit in die USA reicht. Durch das heiße Klima und die Wüstenrandlage gedeihen hier viele Obstsorten hervorragend. Das Städtchen und die Gegend sind für diesen Obst- und Weinbau bekannt.

Start Woche 1 Woche 2 Woche 4